120 Jahre Feuerwehr Trusetal 06.06.-07.06.2015

In 120 Jahren Trusetaler Feuerwehrhistorie spielt eine "Silberhochzeit" eine nicht unwesentliche Rolle. Die Partnerschaft mit dem hessischen Nentershausen.

Kurt Vogt und Joachim Fernau aus Nentershausen kennen sich in Trusetal bestens aus. Seit 25 Jahren fahren die beiden Hessen regelmäßig an den Rennsteig und besuchen dort ihre Partnerwehr. Die feierte am Wochenende ihren 120.Geburtstag. Kombiniert war das Fest mit der "Silberhochzeit" der zwei Feuerwehrvereine aus Trusetal und Nentershausen. "25 Jahre Partnerschaft - so eine lange Zeit  haben nicht viele durchgehalten", sind sich Vogt und Fernau einig. Zwischen dem Feuerwehrverein Trusetal und dem in Nentershausen aber stimmt die Chemie.

"Die Freundschaft hält", so Fernau, der in den Anfangsjahren Ortsbrandmeister in Nentershausen war. Dafür sorgen zuallererst die Vereinsmitglieder. "Man trifft sich regelmäßig und ist immer vor Ort, wenn es hier oder da etwas zu feiern gibt", berichtet Bürgermeister Karl Koch, der als vierter Bürgermeister die Partnerschaft mit Nentershausen erlebt.

Die Kommune ging mit guten Beispiel voran. Der damalige Gemeindechef Hans Beck und der Nentershäuser Bürgermeister Lothar Schmidt unterzeichneten den Partnerschaftsvertrag zwischen den Orten. Die Kameraden dehnten die Kontakte auf die zwei Wehren aus und damit war der Anfang gemacht. "Wir kennen das alte Feuerwehrhaus noch gut - genauso die Gastwirtschaft am Langen Berg", berichteten Kurt Vogt und Joachim Fernau.

Der erste offizielle Besuch führte eine Delegation von Nentershäuser Wehrmitgliedern zur Jahreshauptversammlung der Trusetaler Feuerwehr. Das war 1991 - damals wurde die Mannschaft von Peter Ullrich geleitet. "Seitdem ging es hin und her", meinte Kurt Vogt. Die eine Fahrstunde von Hessen nach Thüringen wurde gern in Kauf genommen. Man traf sich zu Tagen der offenen Tür, feierte gemeinsam und lernte sich immer besser kennen. Auch die Einweihung des Feuerwehrgerätehauses 1995 erlebten die Nentershäuser mit. "Wir waren mit einer ganzen Gruppe vor Ort - auch bei der großen Übung anlässlich der Gerätehausübergabe haben wir mitgemacht", erzählte Joachim Fernau. Bei größeren Anlässen marschierten die Nentershäuer Wehrleute sogar im Umzug mit. Sehr genau registrierten sie auch die baulichen Veränderungen in Trusetal.

Und ein Wehrmitglied fand in Trusetal seine große Liebe. Hans-Wilhelm Stein heiratete 1993 Bettina Winges. "Das war freilich ein Höhepunkt, an den man sich immer gern erinnert", formulierte Joachim Fernau. Zum Polterabend trafen die Hessen gleich mit einem ganzen Container Glas ein. Letztlich aber kippten sie die Scherben dann doch nicht ab.

Und da sind die wechselnden Gesichter. So überstanden die Partnerschaft mit Hans Beck, Anni Leyh und Richard Hörnlein drei Bürgermeister und mit Peter Ullrich, Gerd Böhm und Danny Wagner drei Wehrführer. "Wir stehen zu unserer Partnerschaft", versicherten die aktuellen Chefs Karl Koch für die Gemeinde und Marcus Brenn für die Feuerwehr. Zum Familiennachmittag am Gerätehaus ließ man die alten Geschichten neu aufleben, saß gemütlich beisammen und erinnerte sich.

Bei Bürgermeister Karl Koch blieb an dem Sonntag wie gewohnt die Küche kalt. Die Feuerwehr hatte zu Klößen und Gulasch eingeladen. 150 Portionen waren schnell verspeist. Für Kinder gab es Nudeln mit Feuerwehrsoße. Und natürlich hatten die Floriansjünger ein entsprechendes Programm vorbereitet. Rundfahrten im Feuerwehrauto, Wasserspiele, Hüpfburg und Kinderschminken gehörten dazu wie die musikalische Unterhaltung mit den Ettenhäuser Musikanten. (Quelle: STZ, Annett Recknagel)