120 Jahre Feuerwehr und 20 Jahre Gerätehaus 2015

120 Jahre Feuerwehr und 20 Jahre Feuerwehrgerätehaus - die Brandbekämpfer in Trusetal feierten am Wochenende gleich zwei Jubiläen.

Lederne Eimer, Leitern, Haken und Laternen gab es schon im 18. Jahrhundert. Damals erfüllten Feuer-Herren in Trusetal ihre Pflicht und kontrollierten vierteljährlich den Brandschutz in den Häusern. Für die Feuerwache waren Nachtwächter zuständig. Wenn es brannte, halfen alle Erwachsenen bei den Löscharbeiten mit. 120 Jahre später stehen im Ernstfall 35 Einsatzkräfte auf Abruf bereit. Und sie sind nicht allein - sondern bilden mit den Kameraden der Stadt Brotterode seit 2011 eine schlagkräftige Gemeinschaft. Der 120. Wehrgeburtstag der Stadteilwehr Trusetal wurde mit einem Festkommers feierlich eröffnet. Wehrführer Marcus Brenn nahm die Gäste mit auf eine Reise in die Vergangenheit der Wehr.

Aus den Teams, die sich um die Feuerspritze formierten, entstanden um 1880/90 die ersten freiwilligen Feuerwehren. Die Trusetaler wurde urkundlich am 10. Juli 1895 erstmals erwähnt. Da wurde die Feuerwehrmannschaft um Bürgermeister Albert Winges zur Brandbekämpfung nach Brotterode beordert.
In Trusetal hatte es vor den beiden Weltkriegen 15 Mal gebrannt. In den Ortsteilen entstanden eigene Wehren - 1925 in Auwallenburg, 1929 in Herges, später in Elmenthal und Laudenbach. Die beiden Erstgenannten schlossen sich 1937 zusammen. Ein Jahr später verfügte die Trusetaler Feuerwehr schon über eine Handdruckspritze mit drei Saugschläuchen, einen Schlauchkarren, drei Stand- und Strahlrohre sowie 150 Meter Druckschlauch. Nach dem Krieg kam es zu einer Neuformierung der Wehr. Angeschafft wurden unter anderem Tragkraftspritzenanhänger (TSA) - zudem gab es Vorspannverpflichtungen.

Damit beauftragt wurden örtliche Betriebe und Landwirte, die über einen Lkw oder Traktor verfügten und den im Brandfall zur Verfügung stellen konnten, um die TSA an Ort und Stelle zu schaffen.
Im Trusetalwerk und im VEB Eisen- und Metallwaren entstanden 1952 und 1953 eigene Betriebsfeuerwehren, die nach der Wende aufgelöst wurden. Erst 1968 bekam die Trusetaler Feuerwehr mit dem Garant K 30 ihr erstes Fahrzeug. Erfolgreich war man zu DDR-Zeiten auch im Löschangriff. 1972 erfolgte der organisatorische Zusammenschluss der Trusetaler Feuerwehr. Wehrleiter war damals Hardy Ullrich.

Zahlreiche Fotos aus früheren Zeiten und Jahreszahlen,wann welche Technik angeschafft wurde, hatte Wehrführer Marcus Brenn in seinem recht kurzweiligen Rückblick zusammengestellt. Ein Hö hepunkt in der Geschichte der Feuerwehr war der 90. Geburtstag, der damals mit dem 800. Ortsjubiläum zusammenfiel. In einem großen Festumzug dokumentierten die Kameraden die Entwicklung ihrer Wehr.

Auch nach der Wende hat sich bei den Brandbekämpfern in Trusetal viel getan. Im Mai 1995 weihte man das neue Gerätehaus ein, 1999 bekam man ein neues Kleinlöschfahrzeug, im Dezember 2000 ein Tanklöschfahrzeug 16/25. In den Folgejahren wurde die Technik komplettiert. Aktuell besitzt die Wehr vier Einsatzfahrzeuge und zwei Anhänger. Besonders stolz ist Marcus Brenn auf den Nachwuchs - die Jugendfeuerwehr setzt sich aktuell aus zwölf Mädchen und Jungen zusammen. Die Alterskameradschaft wird von 16 Damen und Herren gebildet.

Zum Jubiläum gab es viele Glückwünsche benachbarter Wehren. Bürgermeister Karl Koch lobte das ehrenamtliche Engagement der Kameraden. "Wie Menschen freiwillig ihren Dienst tun, für den manchmal gar nicht gedankt wird, das ist schon toll", stellte er heraus. Auch das Miteinander der Wehren von Trusetal und Brotterode bezeichnete er als sehr gut. "Die Feuerwehr in Trusetal hat einen Namen und ist einsatzbereit", so der Ortschef. Sein Vorgänger, Richard Hörnlein, erinnerte sich gut an die Einweihung des Gerätehauses vor 20 Jahren. "Eine bessere Entscheidung konnten der damalige Gemeinderat und Bürgermeisterin Anni Leyh nicht treffen", sagte Hörnlein und lobte damit auch Trusetals erste Bürgermeisterin nach der Wende.


Landrat Peter Heimrich überreichte einen Scheck von der Rhön-Rennsteig-Sparkasse über 1200 Euro. "Das Thema Feuerwehr kann man nicht genug betonen und loben", stellte er heraus. Die Kameraden würden ohne viel zu reden einfach immer machen. Auch Kreisbrandmeister Matthias Kind fand lobende Worte und kam auf die problemlose Zusammenarbeit der Trusetaler und der Brotteroder Wehr zu sprechen. Überhaupt wünsche er sich in seinem Bereich eine verstärkte und enge Zusammenarbeit. Denn: "Keine Feuerwehr kann heute mehr alleine die anstehenden Aufgaben bewältigen." (Quelle: STZ, Annett Recknagel)